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Anekdoten zur Sparsamkeit und Bescheidenheit. Glück der Genügsamkeit
Ein königliches Geschenk ALS
DER JUNGE KÖNIG ALEXANDER VON MAZEDONIEN, noch nicht "der Große",
Griechenland unterworfen hatte, besuchte er den Philosophen Diogenes
(403 bis 323 v. Chr.), von dem er manches Schnurrige gehört hatte.
Er traf ihn am Strande von Korinth, wie er sich vor seiner Tonne, die
ihm als Wohnung diente, wohlig sonnte. Während die Umgebung Alexanders in lautes Lachen ausbrach, blieb dieser selbst ernst, und den rasch wieder verstummten Herren versicherte er: "Wahrhaftig, wenn ich nicht Alexander wäre, so wollte ich wohl Diogenes sein!"
Gerettete Kostbarkeit IM
JAHRE 307 V. CHR. eroberte der mazedonische Feldherr Demetrios das kleine
griechische Städtchen Megara und ließ es nach damaligem Brauch
von seinen Soldaten plündern. Da fiel ihm ein, daß
in dem Orte der von ihm hochgeschätzte Philosoph Stilpon wohnte.
Er gab Befehl, ihn zu suchen und herbeizuführen. Dann redete
er ihn gnädig an: "Erzähle mir, lieber Freund, was dir bei
der Plünderung an Kostbarkeiten abhanden gekommen ist; ich möchte
es dir wiederbeschaffen oder ersetzen."
Unbestechlich
Tradition DER
CENSOR FABRICIUS LUSCINUS (um 278 v. Chr.) stieß den Cornelius
Rufinus, der die Diktatur und mehrere Male das Consulat mit den größten
Ehren bekleidet hatte, mit Schimpf und Schande aus dem Senat, weil er
sich silberne Tafelgeschirre angeschafft hatte.
Der Kümmelspalter DIE
REGIERUNGSZEIT des altrömischen Kaisers Antonius Pius (86 bis 161
n. Chr.) erschien den nachfolgenden Generationen als das "goldene Zeitalter",
nicht zuletzt deswegen, weil bei Frieden und Wohlstand die peinlichste
Ordnung in der Verwaltung bestand. Der Kaiser hielt auf genaueste
Erledigung jeder Arbeit und war darin selbst unermüdlich.
Mit anerkennendem Lächeln sprach man von ihm als dem "Kümmelspalter",
dem nichts so klein und unwichtig erschien, daß man es nicht beachten
und betrachten müßte.
Splendid
Friedrich
Wilhelm zog ein saures Gesicht und erwiderte: "Recht hat Er wohl, lieber
Creuz, und was ich gesagt, wird getan. Also komme Er heute in
das Tabakkollegium; da soll es besseren Tabak als sonst geben, und das
Bier soll auch etwas mehr kosten. Wir wollen mal splendid leben,
wie ich es versprochen habe. - Aber morgen stelle Er mir dann einen
Plan auf, wie wir von nun an noch mehr sparen können; wir wollen
von nun alles großzügiger anfassen, nicht zuletzt das Sparen!"
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